Erster Spatenstich am Nahedeich in Grolsheim durch Staatssekretär Thomas Griese -

Am 05.04.2019 fand durch Umweltstaatssekretär Thomas Griese der erste Spatenstich zur Ertüchtigung der Hochwasserschutzmaßnahme "Nahedeiche 3. Bauabschnitt, Grolsheim" mit zahlreichen Gästen aus Politik, Landwirtschaft, Naturschutz, Behörden und Kommunen statt.

 

Staatssekretär Thomas Griese unterstrich die Bedeutung dieses Hochwasserschutzprojektes. "Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist die mittlere Jahrestemperatur in Rheinland-Pfalz um 1,6 Grad Celsius angestiegen. Der Klimawandel ist Realität und somit auch die Zunahme von Wetterextremen, wie etwa Starkregen. In der Konsequenz müssen wir leider damit rechnen, dass Hochwasser zunehmen werden. Daher leisten wir mit einem umfassenden Hochwasserrisikomanagement Vorsorge. Dies umfasst auch die Ertüchtigung des Nahedeichs auf etwa 1,3 Kilometern, mit der wir den Hochwasserschutz an der unteren Nahe mit Gesamtkosten von rund 7,1 Millionen Euro stärken werden", so Umweltstaatssekretär Thomas Griese. Zudem fördere das Umweltministerium mehr als 500 kommunale Hochwasservorsorgekonzepte und unterstütze die 25 Hochwasserpartnerschaften im Land, so Griese weiter.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen, Manfred Scherer, und die Bürgermeisterin der Ortsgemeinde Grolsheim, Heidi Hahn-Axt, betonten ebenfalls die Wichtigkeit des Hochwasserschutzes für die Region.

"Die Ertüchtigung der Nahedeiche und der Bau von Hochwasserrückhaltungen sind als technische Hochwasserschutzmaßnahmen ein integraler Bestandteil des Hochwasserrisikomanagements an der Nahe", betonte Abteilungsleiter Christian Staudt, der den Präsident der SGD Süd, Dr. Hannes Kopf, beim Spatenstich vertrat. Die laufenden Baumaßnahmen erfolgen im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz vertreten durch die SGD Süd.

 

Von November 2018 bis Dezember 2020 wird die Deichertüchtigungsmaßnahme umgesetzt. Die gesamte Deichlänge beträgt circa 1,3 Kilometer. Der zu ertüchtigende Deichabschnitt umfasst im Süden einen circa 200 Meter langen Abschnitt parallel zum Wiesbach und verläuft entlang der Ortslage bis zum nördlichen Ortsrand von Grolsheim. Die Deichhöhe wird auf die Wasserspiegellage eines hundertjährlichen Hochwasserereignisses (HW100), zuzüglich 50 Zentimeter Freibord ausgebaut. Der neue Deich wird als Dreizonendeich entsprechend DIN 19712 gebaut. Wasserseitig wird der alte Deich abgetragen und eine 1,50 Meter starke Oberflächenabdichtung aus bindigem Erdmaterial hergestellt. Die Deichkrone hat eine Breite von 3,00 Metern und ist nicht befestigt. Landseitig wird der Deich durch einen Auflastfilter verbreitert und die Böschungen ebenfalls abgeflacht. Auf dieser landseitigen Berme wird ein 3,00 Meter breiter asphaltierter Deichverteidigungsweg errichtet. Im Zuge der Deichertüchtigung wird der Mühlengraben verfüllt und dient zum Teil als Aufstandsfläche für den neuen Deich.

Der landespflegerische Ausgleich der entfallenden Gehölze und des entfallenden Mühlgrabens wurde bereits im Zuge der Baumaßnahme "Deichrückverlegung Bretzenheim" umgesetzt. Vor der Trockenlegung und Verfüllung des Mühlgrabens wurden die Fische im Mühlgraben abgefischt und im angrenzenden Naheabschnitt ausgesetzt.

 

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 7,1 Millionen Euro. 90 Prozent der Kosten trägt das Land Rheinland-Pfalz. Die Deichbaumaßnahme wird durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und im Rahmen des Entwicklungsprogramms "Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung" (EULLE) gefördert.

 

 

22. März 2019     l      Tag des Wassers

Ministerin Höfken: Verbesserung der Gewässerqualität braucht Zeit und Engagement

Zum Tag des Wassers am 22.03.2019 zieht die Umweltministerin Zwischenbilanz zur Zielerreichung der Wasserrahmenrichtlinie: Rheinland-Pfalz schneidet im Bundesvergleich gut ab – weitere Anstrengungen erforderlich

Bis 2027 sollen alle Seen, Flüsse und Bäche in Rheinland-Pfalz über einen guten Zustand verfügen – das ist die Vorgabe der EU-weit gültigen Wasserrahmenrichtlinie. „Wir sind im Bundesvergleich auf einem guten Weg: In 258 Oberflächenwasserkörpern, wie etwa Seen, Flüsse oder Bäche, die in einem mäßigen oder noch schlechteren Zustand sind, haben wir vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässer durchgeführt. Mit unserer ‚Aktion Blau Plus‘ konnten wir seit 1995 rund 900 Kilometer Fließgewässerstrecke renaturieren und an etwa 300 Wanderhindernissen die Durchgängigkeit für Fische und kleine Wasserlebewesen wieder herstellen“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken anlässlich des Tag des Wassers.

Gewässerschutz ist Gemeinschaftsaufgabe

„Rund 30 Prozent unserer rheinland-pfälzischen Bäche und Flüsse haben eine gute Wasserqualität – mit diesem Wert steht Rheinland-Pfalz im Bundesvergleich an der Spitze. Gleichzeitig macht diese Zahl jedoch deutlich: Unsere Anstrengungen reichen noch nicht aus. Wir brauchen mehr Engagement, um den Zustand unserer Gewässer weiter zu verbessern. Dafür müssen wir unsere Kräfte bündeln. Hier kann und muss jeder einen Beitrag leisten: Ob Landwirtschaft, Kommunen oder Unternehmen. Denn Wasser ist die Quelle unseres Lebens und unser Lebensmittel Nummer 1“, führte Höfken an.

Grundwasser: Verbesserungen durch Beratung und Kooperation

Bei der Qualität des Grundwassers sind durch intensive und landesweite Beratung sowie Kooperationen mit Wasserversorgungsunternehmen in Wasserschutzgebieten Verbesserungen erzielt worden. Dennoch seien 36 Prozent der Grundwasserkörper in Rheinland-Pfalz aufgrund der Nitratbelastung in keinem guten Zustand. Dies zeige auch: Die Natur benötige Zeit, um sich in und an den Gewässern zu regenerieren, so die Ministerin.

Plastik gehört nicht ins Wasser

Wichtig sei, vor allem den Eintrag von Plastik und Schadstoffen in Gewässer zu vermeiden. Untersuchungen haben ergeben: In allen großen rheinland-pfälzischen Flüssen wie Rhein oder Mosel ist Mikroplastik nachweisbar. „Das kann eine Gefahr für Wasserlebewesen, für die Umwelt und uns Menschen darstellen, da Mikroplastik über Fische oder Meeresfrüchte in unsere Nahrungskette gelangen kann. Mit der Initiative ‚BecherBonus‘ setzen wir im Land als Zeichen für den Umgang mit Einwegplastik daher auf Abfallvermeidung. Kundinnen und Kunden in Rheinland-Pfalz erhalten ab Frühsommer in teilnehmenden Cafés, Bäckereien und Tankstellen einen Preisnachlass von mindestens zehn Cent pro Heißgetränk, wenn sie den eigenen Mehrwegbecher mitbringen“, sagte Höfken abschließend.

Hintergrund

Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) legt regelmäßig eine Zwischenbilanz zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vor. Die Bilanz für 2018 zeigt: Es sind deutschlandweit erhebliche Anstrengungen zur Zielerreichung des guten Zustands der Gewässer unternommen und sichtbare Erfolge erzielt worden. So sind beispielsweise auf über 3.800 Kilometer Fließgewässerstrecke Verbesserungen der Gewässerstruktur und an etwa 3.900 Wanderhindernissen die Herstellung der Durchwanderbarkeit in Umsetzung oder bereits fertiggestellt.

Klar ist aber auch: Trotz aller Anstrengungen werden die Ziele der WRRL voraussichtlich nicht bis Ende 2027 in allen Gewässern vollständig erreicht sein. Hemmnisse sind z. B. der rein natürlich bedingte Zeitraum bis zum Eintreten einer messbaren Wirkung vieler Maßnahmen, die Verfügbarkeit von Flächen oder die oft langen Planungs- und Genehmigungsprozesse. 

Die Zwischenbilanz 2018 zur Umsetzung der WRRL ist hier online abrufbar.