Aalschutzinitiative Rheinland-Pfalz |
| (Stand Mai 2013) |
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Die in der Mosel sowie Saar regelmäßig und in einer ökonomisch und ökologisch nicht tolerierbaren Größenordnung auftretenden turbinenbedingten Fisch- bzw. Aalschäden führten im Jahr 1995 zum Abschluss einer Vereinbarung über eine gemeinsame Aalschutzinitiative zwischen dem an der Mosel fischereiberechtigten Land Rheinland-Pfalz und der RWE Power AG als Betreiberin der Wasserkraftanlagen. Die Vereinbarung sieht die Finanzierung von Sofortmaßnahmen (Befischungen und Fischtransporte) und Untersuchungen über technische Möglichkeiten zur Minimierung der Fischschäden unter Beteiligung wissenschaftlicher Institutionen (u. a. RWTH Aachen, Universität Konstanz, FH Trier) sowie des Aalbesatzes mit jährlich rund 220.000 Euro durch die RWE Power AG vor. Das zunächst bis zum Jahr 2000 vorgesehene Projekt verlängert sich, sollte vorher keine Kündigung ausgesprochen werden, jeweils von Jahr zu Jahr. |
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Den Aalfang haben die Berufsfischereibetriebe an Mosel und Saar übernommen, die als Pächter die Stauhaltungen fischereilich bewirtschaften, Die mittels Reusen in den Moselstaustufen vor den Wasserkraftanlagen gefangenen Blankaale werden schonend gehältert und einmal wöchentlich mit einem Fischtransportfahrzeug an den Rhein bei Linz verfrachtet und in den hindernisfreien Rhein wieder ausgesetzt, um die Laichwanderung in die Sargassosee zu ermöglichen. Erstmalig wurden die Sofortmaßnahmen in der Phase des herbstlichen Abwanderungsmaximums von August bis November im Jahr 1997 durchgeführt. |
| Die nachfolgende Tabelle gibt einen mengenmäßigen Überblick über die bisher gefangenen und ausgebrachten Blankaale: |
| Jahr | Fang (kg) | ||||||||||||||||||
| 1997 | 1.474 | ||||||||||||||||||
| 1998 | 1.923 | ||||||||||||||||||
| 1999 | 3.418 | ||||||||||||||||||
| 2000 | 4.612 | ||||||||||||||||||
| 2001 | 5.803 | ||||||||||||||||||
| 2002 | 4.735 | ||||||||||||||||||
| 2003 | 3.939 | ||||||||||||||||||
| 2004 | 3.584 | ||||||||||||||||||
| 2005 | 5.785 | ||||||||||||||||||
| 2006 | 5.558 | ||||||||||||||||||
| 2007 | 7.357 | ||||||||||||||||||
| 2008 | 5.790 | ||||||||||||||||||
| 2009 | 4.030 | ||||||||||||||||||
| 2010 | 3.850 | ||||||||||||||||||
| 2011 | 5.095 | ||||||||||||||||||
| 2012 | 4.496 | ||||||||||||||||||
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Die wissenschaftlichen Untersuchungen befassen sich u. a. mit alternativen Rechenkonstruktionen (Schrägrechen, geneigte Rechen) in Verbindung mit der Anordnung von Bypässen unter Berücksichtigung der vor den Turbinen auftretenden Strömungsgeschwindigkeiten und deren Verteilung. Weitere Untersuchungen dienen der Erfassung von Parametern, die für ein sensibles und verlässliches Frühwarnsystem geeignet sein können. Ein neues, auf drei Jahre ausgelegtes Projekt zur Entwicklung eines Frühwarnsystems in Kooperation mit der Universität Luxemburg und der FH Trier ist im Jahr 2013 angelaufen.
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Darüber hinaus gilt das Augenmerk der Vertiefung von Kenntnissen hinsichtlich des räumlichen und zeitlichen Abwanderverhaltens der Aale. In Ergänzung zu den Möglichkeiten, das Einschwimmen der Aale in die Turbinen mittels physikalischer Barrieren zu unterbinden, wird über ein fischverträglicheres Anlagenmanagement nachgedacht. Die Untersuchungsergebnisse werden veröffentlicht und im Rahmen von Symposien vorgestellt. Das letzte Symposium fand am 29. April 2010 in Mainz statt. |
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Die Maßnahmen im Rahmen der Aalschutzinitiative, an denen jetzt auch Nordrhein-Westfalen sowie die Niederlande partizipieren, entsprechen den Vorgaben der im September 2007 in Kraft getretenen EG-Aalverordnung und dienen dem Erreichen der Ziele des Aalmanagementplans für die Internationale Flussgebietseinheit Rhein. |
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Zur Bestandserhaltung sind danach Aalbesatzmaßnahmen in geeigneten Gewässern bzw. Gewässersystemen zu tätigen, um sowohl – mit Einschränkungen – eine fischereiliche Bewirtschaftung zu ermöglichen, als auch das Abwandern einer hinreichend großen Zahl an laichreifen Blankaalen zum Erhalt der Art zu gewährleisten. |
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Mit der o. g. Kooperation kann der Versuch der Quantifizierung der jährlichen Blankaalabwanderung aus dem Rheinsystem durch Farbmarkierung der Moselaale und Wiederfangexperimente in NRW bzw. Sichtung der Berufsfischereifänge in den Niederlanden unternommen werden. |
| Seit der Stauregulierung wird die Mosel regelmäßig mit Aalen besetzt. Durch die Behinderungen des Aufstiegs von Glasaalen (natürlicher Aalaufstieg) in das Gewässersystem des Rheins infolge des Verbaus im Rheindelta und des z. T. dramatischen Rückgangs des natürlichen Glasaalaufkommens in den Ästuaren der großen Flusssysteme ist bereits im Rhein selbst der natürliche Aalaufstieg stark zurückgegangen. Die Stauregulierung der Mosel tut ein Übriges, um den natürlichen Aufstieg in die Gewässersysteme von Mosel und Saar weitestgehend zu unterbinden. In beiden genannten Gewässersystemen (Rhein und Mosel/Saar) gehört der Aal zur potentiell natürlichen Fischfauna und findet auch in erheblichem Umfang geeignete Habitate vor. |

