Überschwemmungsgebiete

Überschwemmungsgebiete (ÜSG) sind aus der Sicht des Hochwasserschutzes in zweierlei Hinsicht von großer Bedeutung. Zum einen ermöglichen sie das schadlose Abfließen von Hochwasserereignissen, zum anderen kann der Rückhalt von Wasser in den Überschwemmungsgebieten eine Reduzierung der Hochwasserscheitel entlang des Gewässers bewirken und damit das Hochwasserrisiko für Unterlieger vermindern.

Überschwemmungsgebiete müssen überall dort, wo ein bedeutendes Hochwasserrisiko besteht, ausgewiesen werden. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) schreibt vor, mindestens die Flächen durch Rechtsverordnung festzusetzen, in denen ein Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren (HQ 100) zu erwarten ist. Daneben können Flächen für die Hochwasserentlastung und die Hochwasserrückhaltung als Überschwemmungsgebiete festgesetzt werden.

In Überschwemmungsgebieten sind neue Baugebiete, bauliche Anlagen sowie hochwasserverschärfende Nutzungen verboten (WHG §§ 76 bis 78).

Neben den durch Rechtsverordnung festgestellten Überschwemmungsgebieten gelten auch die in den Arbeitskarten der zuständigen Wasserbehörden dargestellten Gebiete, die bei einem Hochwasserereignis überschwemmt werden, sowie Gebiete zwischen der Uferlinie eines Gewässers und Hauptdeichen bzw. baulichen Anlagen, die diese Funktion erfüllen, als Überschwemmungsgebiete.

In Rheinland-Pfalz sind insgesamt rd. 3.600 km der rd. 22.000 km Gewässer als Überschwemmungsgebiete von Bedeutung.

Überschwemmungsgebiete in Rheinland-Pfalz sind im "GeoPortal Wasser" (unter: Oberflächengewässer/Hochwasserschutz/gesetzliche Überschwemmungsgebiete) der rheinland-pfälzischen Wasserwirtschaftsverwaltung abrufbar.