Hochwasserschutz in Rheinland-Pfalz

Hochwasser ist als Teil des Wasserkreislaufes ein Naturereignis. An großen Flüssen sind langanhaltende Niederschläge, auch mit Schneeschmelze, für die Hochwasser verantwortlich. An kleinen Flüssen und Bächen entstehen Hochwasser durch örtliche Gewitter oder sintflutartige Starkregen. 
Die Natur kennt keine Hochwasserschäden. Hochwasser führt erst dann zu Schäden, wenn der Mensch betroffen ist. Je intensiver die Nutzung im Überschwemmungsgebiet, desto größer die Schäden.

Hochwasserschutz in Rheinland-Pfalz heißt Investitionen für Sicherheit und Entwicklung. Rheinland-Pfalz verfügt bereits seit Anfang der 1990er Jahre über ein beispielhaftes integriertes Hochwasserschutzkonzept.
Das Hochwasserschutzkonzept des Landes beruht im wesentlichen auf 3 Säulen:

  1. Förderung des natürlichen Wasserrückhalts in der Fläche – um Einfluss auf die Hochwasserentstehung zu nehmen.
     
  2. Technischer Hochwasserschutz durch sichere Deiche, Rückhalteräume und örtliche Schutzmaßnahmen – um Schutz vor einem Hochwasserereignis zu gewährleisten. 
     
  3. Weitergehende Hochwasservorsorge durch Vermeidung von Schäden und Stärkung der Eigenvorsorge – um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein.

Maßnahmen und Projekte in Rheinland-Pfalz

Zum Hochwasserschutz tragen viele Arten von Maßnahmen und Projekten bei. Angefangen vom Wasserrückhalt in der Fläche, wie zum Beispiel Aufforstungsmaßnahmen, über den technischen Hochwasserschutz, wie zum Beispiel dem Bau von Deichen und Dämmen, bis zur weitergehenden Hochwasservorsorge, wie zum Beispiel Objektschutzmaßnahmen an einzelnen Häusern, gibt es zahlreiche öffentliche und private Hochwasserschutzprojekte.

Auf der Internetplattform Hochwassermanagement Rheinland-Pfalz wird ausführlich dargestellt, was das Land Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren getan hat und wie es die Aufgaben des Hochwasserrisikomanagements, die seit 2007 von einer europäischen Richtlinie vorgegeben werden, umsetzt. Sie finden dort u.a. auch die Bewertung des Hochwasserrisikos, die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten un die aktuellen rheinland-pfälzischen Hochwasserrisikomanagement-Pläne, in denen die geplanten Maßnahmen für die nächsten Jahre aufgeführt sind.

Hochwasseraktionsplan Rhein

Die großen Rheinhochwasser 1993 und 1995 hatten zur Folge, dass die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) in der 12. Rhein-Ministerkonferenz am 22. Januar 1998 in Rotterdam den "Aktionsplan Hochwasser" für den Rhein beschlossen hat. Er zielt darauf ab, Menschen und Güter bis 2020 besser vor Hochwasser zu schützen und die Rheinauen auszuweiten und aufzuwerten.
Der Plan ist in Phasen aufgeteilt und wird mit einem Kostenvolumen von 12 Milliarden Euro bis 2020 als Teil von „Rhein 2020“ in den Rheinanliegerstaaten umgesetzt.

Hochwasseraktionsplan Mosel/Saar

Die Hochwasserereignisse 1993 und 1995 an Mosel und Saar führten dazu, dass die Umweltminister Frankreichs, Deutschlands, Belgiens, Luxemburgs und der Niederlande am 04.02.1995 in Arles erklärten, daß sie es für notwendig erachten, die mit Hochwasser verbundenen Risiken sobald wie möglich zu verringern.
Im Dezember 1995 übertrug die "Internationalen Kommissionen zum Schutze der Mosel und der Saar" (IKSMS) der Projektgruppe 'Aktionsplan Hochwasser' die Ausarbeitung eines "Aktionsplans Hochwasser" für das Einzugsgebiet von Mosel und Saar.